Natürlich fing es gestern Abend pünktlich an zu regnen und es hörte bis zum Start heute auch nicht mehr auf. Es hat also schön 14h in die Trails geregnet. Dementsprechend sahen die Wege dann heute auch aus. Ob es von oben nun trocken war oder nicht war dann wirklich nebensächlich.

Pünktlich um 10:32 ging es für Anke und mich auf die Strecke. Wir fanden recht gut ins Rennen und hatten schon am Ende der Startgeraden das Mixed Team vor uns eingeholt (30sek Vorsprung). Ein paar hundert Meter später sahen wir dann schon aus wie die Schweine. Die Schaltung fing nur ein paar Meter später an zu spinnen. Anke konnte ihr kleines Kettenblatt nicht benutzen, ohne dass sich die Kette verklemmte und auch bei mir zickte das kleine das eine oder andere mal. Für uns Norddeutsche ist es sowas ja meist kein Problem, aber ich bin ich in der letzten Woche mehr als die hälfte der Fahrzeit auf dem kleinen Kettenblatt rumgefahren. Da ist es doch eher störend wenn es nicht funktioniert.

Die erste Hälfte der Etappe kannten wir ja schon von Mittwoch (?).Den Anstieg kammen wir recht gut hoch und wir konnten ein Team nach dem anderen einsammeln. Im Gegensatz zu Mittwoch mussten wir aber sehr viel schieben. Teilweise war die Strecke so steil und rutschig, dass man kaum zu fuß dort rauf kam. In der Abfahrt sah es dann nicht viel besser aus. Mittwoch bin ich mit Jörn dort noch im Formationsflug runtergesurft. Heute sind Anke und ich einen großen Teil der Strecke gelaufen. Auch hier waren wir zu unserer Überraschung schneller als die Teams um uns herum.

Nachdem wir die erste Verpflegung passiert hatten, ging es in den nächsten Trailanstieg. Dieser war zwar nicht mehr so steil wie der erste, aber auch hier war es ein ständiges wechseln zwischen schieben und fahren. Wir kämpften uns so Kilomter für Kilometer weiter bis wir endlich eine Schotterstrasse erreichten (wir hatten knapp 2h und 17km auf dem Tacho). Hier waren wir zwar ein bisschen schneller, aber viel besser war es auch nicht. Selbst auf der Schotterstrasse war der Schlamm einige Zentimeter tief.

Nach weiter 2km erreichten wir die zweite Verpflegung. Hier wollte man uns trösten in dem man uns sagte es würden jetzt “nur noch 9,5km Trails folgen”… na toll. Wir fanden das in anbetracht des 9km/h Schnitts den wir aufgrund der Schlammtrails bis jetzt hatten nicht besonders aufmunternt. Dieser Trails zog sich fast ständig auf einer Höhe durch den Wald. Im Trockenen muss das ding super sein. Jetzt war es wir die letzten Trails auch ein ständiger Wechsel zwischen laufen und fahren. Erst auf dem letzten Kilometer gab es dann mal etwas schnelleren Untergrund.

Nach 3:06 hatten wir die 31km (gut 9km/h Schnitt!) hinter uns gebracht. Noch haben wir leider keine Ergebnisse, aber so schlecht kann die Zeit nicht sein. Uns hat den ganzen Tag nicht ein Team überholt und wirr haben uns die ganze Zeit ganz gut gefühlt.

imgp1224Im letzten Jahr hatten wir ausgesetzt, aber so ein bisschen ist der Harz MBO ja auch schon zu meinem traditionellen Jahresabschluss geworden. Das Wetter war zwar nicht besonders gut, aber zumindest am Renntag war es von oben trocken. Am Vortag hatten Anke und ich die Klappe ziemlich weit aufgerissen und dementsprechend Motiviert starteten wir in das Rennen.

Nach dem zweiten Posten hatten wir unserern Rhytmus gefunden und Anke navigierte (wie immer) zielsicher durchs Gelände. Nach 5h waren wir pünktlich wieder im Ziel. Mit 270 Punkten haben wir nur 4 Punkte weniger gesammelt als das erste Herrenteam in der Gesamtwertung. Für uns reicht es so zum zweiten Platz in der Gesamtwertung und zum Sieg in der Mixed Klasse.

24hwm

Die 24h WM war nicht mein Rennen. Bis 21Uhr lief alles super. Ich fand schnell in einen guten Rhythmus und konnte mich so auf Platz 7 halten. Dann nahm das Unheil aber seinen Lauf. Erst begann mein Knie sich bemerkbar zu machen. Kurz vor Mitternacht zerriss ich meine Kette und um 2 Uhr gab mein Knie endgültig auf.

Am Ende blieben mir also nur die Bilder von den sportografen. Die sind dafür allerdings wieder super geworden. Das Gelände war aber auch wirklich beeindruckend.

duisburg09Wie bereits in den letzten 2 Jahren ging ich Anfang August in Duisburg bei dem 24h Rennen als Einzelfahrer an den Start. In Duisburg starten alle Klassen gemeinsam, so dass man gerade in der Startphase aufpassen muss wo einem die Einzelfahrer entwischen. Gleich zu beginn zog der Titelverteidiger aus dem letzten Jahr zusammen mit einem sehr jungen Fahrer an mir vorbei. Dem jungen Fahrer war anzusehen, dass es wohl sein erstes Einzelrennen war. Ich sortierte mich auf Platz 4 zusammen mit Horst Jung ein, mit dem ich ja bereits im letzten Jahr einige Stunden zusammen gefahren bin.

Bis zum Lampenstopp nach 7,5h hatte ich mich auf Platz 2 vorgearbeitet. Wie ich erwartet hatte musste der Rookie das Rennen vorzeitig beenden und auch der Fahrer auf Platz 3 musste zwischenzeitlich einen Stopp einlegen. Zu meiner Überraschung war Basti, mit dem ich in Duisburg zusammen mein Lager aufgeschlafen hatte, auf Platz 3 vorgefahren. Ich hatte eine Runde Vorsprung auf Platz 3 und war noch immer in der gleichen Runde mit dem Führenden.

Zwischen 22 und 23 Uhr hatte ich dann mein erstes Tief in diesem Rennen. Für 2 Runden musste ich ziemlich mit der Müdigkeit kämpfen, bevor ich gegen halb 12 wieder meinen Rhytmus fand. Basti steckte etwas später wohl auch in so einer Phase, so dass ich ihn ziemlich genau um Mitternacht zum zweiten mal überholen konnte. Etwa um die Zeit ging ich auch unbemerkt in Führung, da der Führende wohl kurz halten musste. Es waren aber noch immer 13h bis zum Ziel, also viel zu früh um sich Gedanken um Platzierungskämpfe zu machen. 2h später musste ich dann auch 2 mal kurz halten. Erst zwang mich meine Verdauung zu einem Boxenstop und dann gab es auch noch eine warme Portion Nudeln. Dabei viel ich dann auch wieder auf Platz 2 zurück.

Mit dieser Stärkung fuhr ich in die schwersten Stunden zwischen 2 und 5Uhr. Hier gilt es einfach nur weiterzufahren und zu hoffen, dass es bald hell wird. Leider verließ mich meine Lampe um kurz nach 3Uhr. Ich hatte nun leider nur noch die kleine Helmlampe. In den Stunden bis es hell wurde, überrundete mich dann der Führende, aber 6h vor dem Ziel fuhr ich dann plötzlich wieder an ihm vorbei. Er sah zu der Zeit gar nicht gut aus und ließ mich auch kampflos fahren. Jetzt waren noch 6h Zeit um die 20min Rückstand auf ihn aufzuholen. 2h lang konnte ich so das Tempo recht hoch halten und bis auf 10min an Platz 1 heran fahren. Dann glichen sich meine und seine Rundenzeiten wieder an.

Die letzten 4h konnte ich also in gemäßigterem Tempo zuende fahren, da nach vorne nichts mehr möglich war und ich nach hinten genug Vorsprung hatte. Nach 24h überquerte ich die Ziellinie auf Platz 2 mit 74Runden und 510km auf dem Tacho.

Am 19.07. stand für mich der Nordcup ab Schleswig auf dem Programm. Noch vor dem Start fand ich eine Gruppe von Nortorfern und wir wollten eigentlich zusammen fahren. In der Startaufstellung dann trat eine Mitfahrerin mit den Worten “Ihr fahrt ja nicht so schnell, dann fahre ich mit euch” an uns heran. Ein herrliches Selbstverständnis! Als die Gute auch noch die ganze Zeit während der Ansprache mit den letzten Steckeninfos irgendeinen Müll von sich gab, wurde es mir zuviel. Ich suchte also mein Glück allein in der Flucht.

Zügig ging es durch Schleswig und ich konnte gut nach vorn fahren. Nach einiger Zeit fand ich Thies von kivelo und um uns herum bildetet sich die zweite Gruppe, in der auch die Kollegen aus Wesseln vertreten waren. Die Gruppe lief sehr gut. Was ich von meinem Rad nicht behauten konnte. Ich saß auf dem Alubock, hatte aber die Schlauchreifen gegen Mavic Aksium mit Michelin Bereifung getauscht. Alles in der Nacht von Samstag auf Sonntag! Und nun war es da, dieses permanente Geklapper. Auch nach dem Aushägen der Bremse verschwand das Geräusch nicht. Thies und ich einigten uns auf ein permanentes Schlagen des Magneten am Tachonehmer. Da ich die Gruppe nicht ziehen lassen wollte, versuchte ich das Geräusch auszublenden. Eine Trinkflasche habe ich auch noch verloren. Schön war es nicht!

An der Kontrolle bei km 62, die wir mit einem Schnitt von 35,5 km/h erreichten, war das Geräusch mit einem Dreh am Tachnehmer schnell verschwunden. Auf der nun folgenden Etappe ging es in die Hüttener Berge, das Tempo wurde allerdings nicht angepasst, sondern beibehalten. Kurz vor der Verpflegung ließ ich die Gruppe fahren, was aber für mich okay war. Leider gab es nun den ersten von mehreren heftigen Regengüssen an diesem Tag.

An der Kontrolle hatte ich die Kollegen wieder eingeholt und es ging kurz zusammen weiter, bevor ich mein eigenes, für meine Verhältnisse anständiges Tempo fuhr. Es wurde flacher und die Kontrolle bei Km 122 kam rasch. Und da war mein Gruppe auch schon wieder. Unterwegs habe ich noch Christian aus Wesseln aufgelesen und wir sind ein Stück zusammen gefahren. Er hatte einem Kollegen mit zwei Platten und einer abgefallenen Kurbel geholfen.

Kurz nach der Verpflegung bin ich dann bei km 129 über einer Stock gefahren. Naja, es klang zumindest so. Was brach war jedoch kein Stock sondern eine Speiche auf der Antriebsseite im Hinterrad. Ich konnte auch zunächst noch gut weiter fahren. Dann erwischte mich der Fluch aller Systemlaufräder. Die Acht im Hinterrad wurde zur 16, dann zur 32 und mir wurde langsam klar, dass ich diesen Marathon nicht als Finisher beenden werde.

Mit Vmax 28 km/h eierte ich zur Kontrolle bei km 155. Unterwegs wurde es wieder nass, ich traf meine Gruppe, die einen Defekt beheben musste und für kurze Zeit auch zwei Vereinkollegen, welche ihr eigenes Tempo für einen 1200er Brevet in Bayern suchten (RESPEKT).

An der Kontrolle entschied ich mich wirklich auszusteigen. Da der Streckenservice nicht vor Ort war bin ich die 17 km von Treia direkt an der B 210 nach Schleswig zurück gerollt. Am Ende gab es immerhin noch vier RTF-Punkte. Ein schwacher Trost, da ich nun nicht alle 8 Nordcups beendet habe, wie es mein eigentliches Ziel für 2009 war. Das Finishertrikot habe ich allerdings trotzdem sicher, denn man benötigt nur 5 von 8 Marathons und ich habe schließlich 6 in der Tasche.

Es ist folglich alles nur halb so wild und Sascha von bike orange hat das Laufrad auch wieder gerade bekommen. Am HInterbau es Alurenners waren sogar noch kleinere Lackarbeiten zuerledigen, der Reifen hat auf den letzten Meter wohl arg geschliffen