Heute ging es nun auf die Tour Gelb nach Rendsburg. Ich wählte wie geplant wieder das Rennrad, nicht ohne aber vorher allerdings wieder auf meinen Hochprofillaufradsatz und die pannensicheren Schwalbe- Reifen gewechselt zu sein. Für diese Ausfahrt hatte ich ein Date mit Tobias vom RG-Rennradtreff. Am Start fanden wir uns recht schnell und auch viele andere bekannte Gesichter waren wieder vor Ort. In den Kreisen der Rennradfahrer in der vorderen Gruppe haben die letzten Tage wohl so ihre Spuren hinterlassen. Von fast jedem war zu hören: “Heute soll es ruhiger werden.” und „Wir wollen es mal langsam angehen lassen”. Liebe Freunde, das klappt doch sowieso nicht!Als der Start von Bernd freigegeben wurde, hatte ich mich zu meiner eigenen Überraschung gut platziert und konnte das Feld bis zur ersten Ampel anführen. Was dann geschah war für mich ein kleines Wunder. Ich wurde überholt (das ist jetzt nicht das Wunder) von zwei Fahrern vom Rendsburger BC und die Jungs nahmen gleich wieder das Tempo raus. Überraschung, heute rollten wir uns tatsächlich langsam ein. Kurz vor Melsdorf gab es dann den ersten Angriff aus dem Feld, als zwei Mann wegsprangen. Wieder Überraschung, es folgte niemand.
Nun waren Peter aus Hamburg und ich vorn. Unsere Geschwindigkeit pendelte so bei 32 km/h und die Sache begann zu rollen. Bei Quarnbek hatten wir die Ausreißer gestellt, als sie vor dem Gutshof ihre Flaschen vom Pflaster sammelten. Einen weiteren Ausreißversuch gab es nicht mehr.
Wir fuhren nun auf gewohntem Montags-Treff-Gelände in Richtung Bredenbek. Mein Begleiter Tobias hatte leider Ärger mit seiner Kette, aber ich konnte uns wieder an die Gruppe heranfahren. Schön, wenn die Beine nach dieser Woche und dem Marathon vom Sonntag noch wollen. Obwohl ich gestehen muss, dass ich die Anfahrt zum Start auf dem Rad schon brauche, um die Muskulatur in Fahrt zu kriegen.
In Sehestedt ging es dann via Fähre auf die andere Kanalseite. Der Schnitt lag bei 33,6 km/h und alles war gut. Die 110er Runde verlief auch sehr schön gleichmäßig, denn alle Fahrer nahmen ihre Führungsarbeit war. Einen massiven Technikausfall gab es in der Gegend um Alt Duvenstedt. Bei den vielen Überlandleitungen und Bahnanlagen wollte wohl kaum noch ein Pulsmesser oder Funktacho gescheite Werte anzeigen. Gegen Kilometer 70 wurde es unruhiger in der Gruppe und auch Richtungspfeile oder Löcher in der Fahrbahn wurden kaum noch angesagt. Wir brauchten also eine Pause und nahmen diese schließlich an einer Tankstelle in Fockbek. Der Schnitt lag nun bei 34,9 km/h, ein weiterer Beweis, dass die Gruppe recht gut lief.
Kurz hinter der Tankstelle gab es dann einen Platten und die Gruppe zerriss. Zusammen mit acht anderen blieben Tobias und ich zurück und halfen flicken. Geholfen hat allerdings nur der komplette Tausch der Decke. Zum Glück führte tatsächlich jemand eine Ersatzdecke mit.
Nach unserer zweiten Pause gingen wir in dieser Gruppe etwas ruhiger zu Werke. Die Sonne entfaltete nun ihre volle Kraft und grillte uns förmlich auf der Straße. Im Fußgängerkanaltunnel in Rendsburg erfrischten uns kühle Temperaturen und die Lebensgeister kehrten zurück.
Zurück nach Kiel fuhren wir über Hassmoor und Westensee. Der Berg in Wrohe brach schließlich den Willen der letzten Fahrer unserer kleinen Gemeinschaft und das Tempo fiel nochmals. Heilfroh war ich über mein helles Trikot mit dem langen Reisverschluss, dass für eine gute Belüftung sorgte. Zusammen mit Tobias übernahm ich nun die Führung zurück nach Kiel. Alle Höhen und Wellen wurden angesagt und in Kiel waren wir wohl alle durchgebraten aber glücklich im Ziel. Die heutigen 110 Kilometer sahen zum Schluss auch mächtig nach 117 Kilometern aus, aber wir haben es ja so gewollt. Der Schnitt fiel auf 32,7 km/h und fügt sich recht gut in meine Wochenbild ein und selbst der Durchschnittspuls lag im Trainingsbereich. Es verwundert mich immer wieder, dass man vorn in der Führung mit Puls 165 oder mehr fährt und hinten am Ende der Gruppe bei gleichem Tempo mit Puls 128 dahingleitet.

