duisburg09Wie bereits in den letzten 2 Jahren ging ich Anfang August in Duisburg bei dem 24h Rennen als Einzelfahrer an den Start. In Duisburg starten alle Klassen gemeinsam, so dass man gerade in der Startphase aufpassen muss wo einem die Einzelfahrer entwischen. Gleich zu beginn zog der Titelverteidiger aus dem letzten Jahr zusammen mit einem sehr jungen Fahrer an mir vorbei. Dem jungen Fahrer war anzusehen, dass es wohl sein erstes Einzelrennen war. Ich sortierte mich auf Platz 4 zusammen mit Horst Jung ein, mit dem ich ja bereits im letzten Jahr einige Stunden zusammen gefahren bin.

Bis zum Lampenstopp nach 7,5h hatte ich mich auf Platz 2 vorgearbeitet. Wie ich erwartet hatte musste der Rookie das Rennen vorzeitig beenden und auch der Fahrer auf Platz 3 musste zwischenzeitlich einen Stopp einlegen. Zu meiner Überraschung war Basti, mit dem ich in Duisburg zusammen mein Lager aufgeschlafen hatte, auf Platz 3 vorgefahren. Ich hatte eine Runde Vorsprung auf Platz 3 und war noch immer in der gleichen Runde mit dem Führenden.

Zwischen 22 und 23 Uhr hatte ich dann mein erstes Tief in diesem Rennen. Für 2 Runden musste ich ziemlich mit der Müdigkeit kämpfen, bevor ich gegen halb 12 wieder meinen Rhytmus fand. Basti steckte etwas später wohl auch in so einer Phase, so dass ich ihn ziemlich genau um Mitternacht zum zweiten mal überholen konnte. Etwa um die Zeit ging ich auch unbemerkt in Führung, da der Führende wohl kurz halten musste. Es waren aber noch immer 13h bis zum Ziel, also viel zu früh um sich Gedanken um Platzierungskämpfe zu machen. 2h später musste ich dann auch 2 mal kurz halten. Erst zwang mich meine Verdauung zu einem Boxenstop und dann gab es auch noch eine warme Portion Nudeln. Dabei viel ich dann auch wieder auf Platz 2 zurück.

Mit dieser Stärkung fuhr ich in die schwersten Stunden zwischen 2 und 5Uhr. Hier gilt es einfach nur weiterzufahren und zu hoffen, dass es bald hell wird. Leider verließ mich meine Lampe um kurz nach 3Uhr. Ich hatte nun leider nur noch die kleine Helmlampe. In den Stunden bis es hell wurde, überrundete mich dann der Führende, aber 6h vor dem Ziel fuhr ich dann plötzlich wieder an ihm vorbei. Er sah zu der Zeit gar nicht gut aus und ließ mich auch kampflos fahren. Jetzt waren noch 6h Zeit um die 20min Rückstand auf ihn aufzuholen. 2h lang konnte ich so das Tempo recht hoch halten und bis auf 10min an Platz 1 heran fahren. Dann glichen sich meine und seine Rundenzeiten wieder an.

Die letzten 4h konnte ich also in gemäßigterem Tempo zuende fahren, da nach vorne nichts mehr möglich war und ich nach hinten genug Vorsprung hatte. Nach 24h überquerte ich die Ziellinie auf Platz 2 mit 74Runden und 510km auf dem Tacho.

Am 19.07. stand für mich der Nordcup ab Schleswig auf dem Programm. Noch vor dem Start fand ich eine Gruppe von Nortorfern und wir wollten eigentlich zusammen fahren. In der Startaufstellung dann trat eine Mitfahrerin mit den Worten “Ihr fahrt ja nicht so schnell, dann fahre ich mit euch” an uns heran. Ein herrliches Selbstverständnis! Als die Gute auch noch die ganze Zeit während der Ansprache mit den letzten Steckeninfos irgendeinen Müll von sich gab, wurde es mir zuviel. Ich suchte also mein Glück allein in der Flucht.

Zügig ging es durch Schleswig und ich konnte gut nach vorn fahren. Nach einiger Zeit fand ich Thies von kivelo und um uns herum bildetet sich die zweite Gruppe, in der auch die Kollegen aus Wesseln vertreten waren. Die Gruppe lief sehr gut. Was ich von meinem Rad nicht behauten konnte. Ich saß auf dem Alubock, hatte aber die Schlauchreifen gegen Mavic Aksium mit Michelin Bereifung getauscht. Alles in der Nacht von Samstag auf Sonntag! Und nun war es da, dieses permanente Geklapper. Auch nach dem Aushägen der Bremse verschwand das Geräusch nicht. Thies und ich einigten uns auf ein permanentes Schlagen des Magneten am Tachonehmer. Da ich die Gruppe nicht ziehen lassen wollte, versuchte ich das Geräusch auszublenden. Eine Trinkflasche habe ich auch noch verloren. Schön war es nicht!

An der Kontrolle bei km 62, die wir mit einem Schnitt von 35,5 km/h erreichten, war das Geräusch mit einem Dreh am Tachnehmer schnell verschwunden. Auf der nun folgenden Etappe ging es in die Hüttener Berge, das Tempo wurde allerdings nicht angepasst, sondern beibehalten. Kurz vor der Verpflegung ließ ich die Gruppe fahren, was aber für mich okay war. Leider gab es nun den ersten von mehreren heftigen Regengüssen an diesem Tag.

An der Kontrolle hatte ich die Kollegen wieder eingeholt und es ging kurz zusammen weiter, bevor ich mein eigenes, für meine Verhältnisse anständiges Tempo fuhr. Es wurde flacher und die Kontrolle bei Km 122 kam rasch. Und da war mein Gruppe auch schon wieder. Unterwegs habe ich noch Christian aus Wesseln aufgelesen und wir sind ein Stück zusammen gefahren. Er hatte einem Kollegen mit zwei Platten und einer abgefallenen Kurbel geholfen.

Kurz nach der Verpflegung bin ich dann bei km 129 über einer Stock gefahren. Naja, es klang zumindest so. Was brach war jedoch kein Stock sondern eine Speiche auf der Antriebsseite im Hinterrad. Ich konnte auch zunächst noch gut weiter fahren. Dann erwischte mich der Fluch aller Systemlaufräder. Die Acht im Hinterrad wurde zur 16, dann zur 32 und mir wurde langsam klar, dass ich diesen Marathon nicht als Finisher beenden werde.

Mit Vmax 28 km/h eierte ich zur Kontrolle bei km 155. Unterwegs wurde es wieder nass, ich traf meine Gruppe, die einen Defekt beheben musste und für kurze Zeit auch zwei Vereinkollegen, welche ihr eigenes Tempo für einen 1200er Brevet in Bayern suchten (RESPEKT).

An der Kontrolle entschied ich mich wirklich auszusteigen. Da der Streckenservice nicht vor Ort war bin ich die 17 km von Treia direkt an der B 210 nach Schleswig zurück gerollt. Am Ende gab es immerhin noch vier RTF-Punkte. Ein schwacher Trost, da ich nun nicht alle 8 Nordcups beendet habe, wie es mein eigentliches Ziel für 2009 war. Das Finishertrikot habe ich allerdings trotzdem sicher, denn man benötigt nur 5 von 8 Marathons und ich habe schließlich 6 in der Tasche.

Es ist folglich alles nur halb so wild und Sascha von bike orange hat das Laufrad auch wieder gerade bekommen. Am HInterbau es Alurenners waren sogar noch kleinere Lackarbeiten zuerledigen, der Reifen hat auf den letzten Meter wohl arg geschliffen

Erneut war das beschauliche Nortorf der Startort für eine Radmarathonveranstaltung. Diesmal galt es über die 263 Kilometer (längster Marathon in Schelswig-Holstein) des Mitternachtsmarathons zu kommen. Da die Veranstaltung sowohl Nordcup und BDR-Supercup war, verirrten sich über 300 Teilnehmer an den Start. Ausgerichtet wurde der ganze Spaß gemeinsam von den Vereinen, die sonst allein den Nordcup ausrichten.

Pünktlich um 0 Uhr am Sontag ging es los. Unterwegs war ich wieder in der Runde der üblichen Marathonfahrer der RSG-Nortorf. Flott sind wir die 263 Kilometer angegangen. Fast schon so flott, dass ich dachte wir überziehen es mit dem Tempo, aber alle haben super durchgehalten. Trocken ist es leider nicht immer gewesen, dafür stimmte unsere Zusammenarbeit. Aber nicht nur die Stimmung unter den Teilnehmern war gut. Auch unbeteiligte Nachteulen schimpften nicht sondern freuten sich friedlich klatschend am Straßenrand. Unglaublich,  sowas in Deutschland!

Die Strecke führte von Nortorf nach Dannewerk (bei Schleswig), nach Husum, nach Wesseln, nach Hardemarschen (erstaunlich hügelig…nach 213 Kilometern) und zurück nach Nortorf.

Highlights waren: Der Fussgängertunnel in Rendsburg, denn mit dem Rennrad war ich zuvor noch nicht auf einer Rolltreppe; Alle gut organisierten Versorgungen, besonders die Menschen in Nachthemden in Dannewerk waren gelungen; Ein übelauniger Jungbulle, der es nicht lustig fand, dass wir an seinen Weidezaun pinkelten (was hat das Tier geschnauft und gescharrt); Die Tatsache einfach mal mit über 300 Radlern und der zugehörigen Beleuchtung durch eine Nacht zu rauschen und natürlich der reichhaltige Brunch zum Ende der Veranstaltung im Ziel.

Materialtechnisch war alles super. Der 80er Nabendynamo von Shimano in Verbindung mit der Edelux-Leuchte von SON waren klar eine gute Entscheidung. Leider hatte ich keine Helmlampe um die Richtungspfeile direkter anleuchten zu können. Über meinen Rücken scheibe ich hier jetzt mal nicht….irgentwas muss aber passieren.

Am Schluß zeige der Tacho trotz dreier Platten und eines Sturzes bei den Kollegen einen Schnitt von 30,00 Km/h. Ich bin sehr zufrieden.

Ich habe ihn wiedergefunden! Den Nordcup, der mir am wenigsten gefällt!

Mit reichlich Unlust, mieser Wettervorhersage im Radio, einem Crosser mit Schutzblechen im Kofferraum und platten Füssen sowie dickem Kopf von der Kieler Woche, steuerte mich mein Navi sicher zum Start nach Hamburg. Ich fürchtet es schon, dies war einer der Tage an dem man mir es nicht recht machen konnte. Am Start traf ich meine übliche Marathon-Gang aus Nortorf, die mittlerweile super toll funktioniert und wir begaben uns auf die Strecke.

Die ersten 150 Kilometer war es trocken und ich fragte mich schon warum ich den schweren Crosser mit Straßenvollausstattung und üppigen 12 Kilo durch die Gegend fuhr. Zu dieser Zeit wäre mein leichter Carbonrenner auf dem doch stärker profilierten Kurs durchaus sinnvoller gewesen. Man, es ging hier wirklich rauf und runter. Dazu kam mir der Kurs auch irgendwie eckig vor, denn ständig sollte ich abbiegen.

Bei Kilometer 130 meldete sich mein Rücken und nervte mit Schmerzen. Die allerdings nach jeder Verpflegung und ein paar Schritten verschwanden. Dumm nur, das diese Schmerztherapie nicht von Dauer war. Ich muss wohl wirklich mehr trainieren! Der Crosser schlug sich besser als gedacht. Er ist mein Winter- und Schlechtwetterrad und hatte bis dato noch keine Distanz über 100 Km gesehen. Wegen seiner Lichtanlage werde ich das Rad auch beim Mitternachtsmarathon am 04.07.09 fahren.

Leider fand ich an den Verpflegungen nicht das was ich wollte. Ich hatte auf ein Alternativobst zur Banane und ein wenig Gurke mit Salz gehofft. Isotonische Getränke gab es wie üblich auch nicht, aber dafür viele nette und freundliche Helfer.

Wie ich schon schrieb, es war trocken auf den ersten 150 km. Dann gab es kräftig Wasser vom Himmel. Die Straßen waren schnell sehr nass und in den nur noch kurzen Regenpausen erhielt man eine Zusatzdusche von unten. Schutzbleche waren also doch eine gute Idee. Trotzdem erreichte ich total aufgeweicht und mit faltigen Händen das Ziel. Mit diesem Nordcup werde ich einfach nicht warm.

Sehr schön ist, dass ich nun bereits 5 Wertungsläufe der Nordcup-Serie in der Tasche habe und so das Finishertrikot  mir sicher ist. Es bleibt nun also etwas Raum neues Material auf den restlichen Maratons zu testen. Sehr, sehr schön…

Der Flemhude Trail ist wirklich der Klassiker der Kieler Trails. Ich bin keinen Weg so oft gefahren wie diesen und kaum eine kivelo Tour kommt ohne ihn aus.